Elektrisches oder pneumatisches Frässystem?

Warum Boger in der Hauptkanalsanierung auf beide Lösungen setzt.

Herausforderungen

In der grabenlosen Hauptkanalsanierung gibt es selten pauschale Lösungen: unterschiedliche Rohrdimensionen, variierende Reichweitenanforderungen, vielfältige Aufgabenstellungen und individuelle Baustellenbedingungen verlangen flexible technische Konzepte. Zudem können Hindernisse wie Wurzeleinwüchse, einragende Stutzen oder Ablagerungen reine Inspektionsfahrten unterbrechen, was bei ausschließlich darauf spezialisierten Fahrzeugen zu Stillständen führt. Hinzu kommt der unternehmerische Anspruch, sämtliche Sanierungsverfahren ohne Subunternehmer mit eigenem Personal und eigenen Fahrzeugen durchzuführen.

Beteiligte Systeme und Technologien

Eingesetzt werden zwei Frässysteme von IBAK: der elektrisch angetriebene MicroGator (einsetzbar im relinierten Hauptkanal ab DN 150, Arbeitsreichweite bis zu 150 Meter) sowie der pneumatisch betriebene MicroGator Air (einsetzbar im gelinerten Hauptkanal ab DN 200, Arbeitsreichweite bis zu 300 Meter). 

Beide Anlagen verfügen über kombinierte Fräs- und Inspektionstechnik, eine identische Softwarebasis sowie vergleichbare Bedienoberflächen und austauschbare Komponenten. Ergänzend kommt optional eine Ultra-Hochdruck-Wasserstrahltechnik (UHP) zum Einsatz, die mit beiden Anlagen kompatibel ist.

Lösung

Boger setzt bewusst auf beide Systeme parallel statt auf eine Entweder-oder-Entscheidung: Der MicroGator Air kommt bei großen Reichweiten zum Einsatz und vereint Inspektions- und Sanierungsaufgaben in einer Anlage, wodurch Vorbefahrungen, begleitende Inspektionen und Abnahmebefahrungen ohne separates Inspektionsfahrzeug möglich sind. Der elektrische MicroGator wird dort eingesetzt, wo strukturierte Abläufe, geringe Geräuschemissionen (z. B. bei Nachtarbeiten) und hohe Energieeffizienz gefragt sind, unterstützt durch eine Frontkamera mit freier Sicht beim Fräsen. Durch die kombinierte Fräs- und Inspektionstechnik können Hindernisse direkt vor Ort beseitigt und die Inspektion sofort fortgesetzt werden. Die einheitliche Bedienlogik beider Systeme ermöglicht es, Mitarbeitende flexibel auf beiden Anlagen einzusetzen.

Ergebnis

Die Kombination aus Fräsen, Inspektion und Vermessen sichert durchgängige Qualität, was Boger besonders bei eigenständig durchgeführten Abnahmen für Auftraggeber zugutekommt. Die UHP-Technik bringt deutliche Zeitersparnis: Ein Beispiel aus der Praxis zeigt, dass das Herausfräsen großflächiger Kalkablagerungen statt drei Tagen nur drei Stunden dauerte. Durch den Verzicht auf Subunternehmer bleibt Boger flexibel und reaktionsschnell, ohne Schnittstellen koordinieren zu müssen. Die einheitliche Systemlogik fördert zudem die Wissensweitergabe im Team und ein breites Kompetenzniveau, das nicht an Einzelpersonen gebunden ist.

Unternehmensvorstellung


Die Boger Kanalsanierung GmbH mit Sitz in Wurmberg entstammt den Wurzeln der von Wolfgang Boger im Jahr 1930 gegründeten Bauunternehmung. Seit 2024 wird der Betrieb in dritter Generation von Marie Noller geführt, unterstützt von einem rund 20-köpfigen, überwiegend langjährigen Team. Mit einem Einsatzradius von etwa 100 Kilometern und einem Kundenstamm, der zu rund 95 Prozent aus Bestandskunden besteht, hat sich Boger konsequent auf grabenlose Kanalsanierung und -reinigung spezialisiert. Fast 50 Prozent der Belegschaft sind Frauen. Das Unternehmen engagiert sich aktiv für mehr Sichtbarkeit von Frauen im Handwerk und nimmt 2026 an der entsprechenden Kampagne teil. Im selben Jahr feiert Boger sein 25-jähriges Bestehen.

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