Sanierung unter Extrembedingungen
Herausforderungen
Der seit den 1960er-Jahren betriebene, rund 1.000 Meter lange Rheindüker der Landeshauptstadt Düsseldorf weist eine besondere Geometrie auf: Zwei nierenförmige Abflussquerschnitte mit Höhen von rund 2 bzw. 2,2 Metern verlaufen in bis zu 30 Metern Tiefe unter dem Rhein. Eine Inspektion und Sanierung unter laufendem Betrieb war nicht möglich. Nach der Außerbetriebnahme zeigten sich verfestigte Sedimentablagerungen von bis zu 70 Zentimeter Höhe, die aufgrund hoher Schadstoffbelastung nur unter schwerem Atemschutz und umfassendem Sicherheitskonzept beseitigt werden konnten. Die enge Bauwerksgeometrie erforderte zudem eigens entwickelte Lösungen für die Reinigung und Bergung.
Beteiligte Systeme und Technologien
Für die Inspektion und Abnahmebefahrung kam ein speziell für Großprofile ausgelegtes IBAK-Inspektionssystem zum Einsatz: die Dreh-, Neige- und Schwenkkopfkamera ARGUS 6 am Fahrwagen T76 mit der Höhenverstellung HeightFlex für den Einsatz in Profilen von DN 1600 bis DN 3000. Ergänzend dazu wurden die rund 28 Meter tiefen Zugangsschächte mit dem Schachtinspektionssystem PANORAMO SI 4K erfasst. Auf Sanierungsseite kamen Hochdruckwasserstrahlen zur Betonabtragung, Strahlverfahren zur Bewehrungsentrostung sowie Instandsetzungsmörtel und hoch sulfatbeständiger Mörtel zur Re-Profilierung zum Einsatz.
Lösung
Zunächst wurde durch den Neubau eines parallel verlaufenden Dükers DN 1800 im Rohrvortriebsverfahren eine vollständige Redundanz geschaffen, die 2021 in Betrieb genommen wurde. Für die Ablagerungsbergung entwickelte die I+D Sanierungstechnik GmbH ein projektspezifisches Konzept: Ein speziell umgebauter Minibagger bewegte sich auf einer Stahlschiene durch den Düker, ein eigens entwickeltes Lorenwagen- und Seilwindensystem transportierte das gelöste Material ab. Insgesamt 512 Tonnen Ablagerungen wurden über eine Krananlage aus 24 Metern Tiefe gehoben und fachgerecht entsorgt. Die anschließende Sanierung der durch Sulfattreiben geschädigten Scheitelbereiche erfolgte zwischen April 2024 und Anfang 2025. Die abschließende Abnahmebefahrung im Juli 2026 wurde der gesamte Düker beider Nieren mit dem Inspektionssystem bestehend aus HeightFlex, ARGUS 6 und Fahrwagen T76 zur Dokumentation des Sanierungsergebnisses befahren.
Ergebnis
Nach rund fünf Jahren konnte das komplexe Sanierungsprojekt planmäßig und erfolgreich abgeschlossen werden. Die hochauflösenden Inspektionsdaten der IBAK ARGUS 6 bestätigen die Ausführungsqualität der Maßnahmen. Der Rheindüker steht wieder für den regulären Betrieb zur Verfügung und ist langfristig für seine Funktion im Düsseldorfer Entwässerungssystem gesichert.


Unternehmensvorstellung

Die I+D Sanierungstechnik GmbH aus Bocholt ist ein auf grabenlose Kanal- und Tunnelbausanierung spezialisiertes Unternehmen mit 70 Mitarbeitenden. Der Schwerpunkt liegt auf der Instandsetzung großer Profile und technisch anspruchsvoller Sonderbauwerke unter schwierigen baulichen und sicherheitstechnischen Rahmenbedingungen.









