Null-Emissionszonen in europäischen Städten

Auswirkungen auf kommunale Fahrzeugtechnik und Kanalinspektion sowie Kanalsanierung

Herausforderungen

Null-Emissionszonen (Zero Emission Zones, ZEZ) schließen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor schrittweise aus innerstädtischen Bereichen aus. Für kommunale Spezialfahrzeuge wie Kanalinspektion bedeutet das eine besondere Herausforderung: Die Fahrzeuge dienen nicht nur der Fortbewegung, sondern müssen gleichzeitig energieintensive technische Systeme für Inspektions- und Dokumentationsaufgaben versorgen. Bisherige Lösungen erforderten oft separate Energiespeicher im Aufbau. Die regulatorische Entwicklung in Europa – besonders in den Niederlanden, aber in absehbarer Zeit auch in Deutschland – macht emissionsfreie Antriebe mittelfristig zur strukturellen Voraussetzung für innerstädtischen Einsatz.

Lösung

IBAK realisiert eine All-in-one-Lösung, bei der Fahrantrieb und Arbeitsfunktionen vollständig über die serienmäßige Hochvoltbatterie des Fahrzeugs versorgt werden. Der elektrische Nebenabtrieb (ePTO) stellt die Energie für Inspektionssysteme direkt aus dem Fahrzeug bereit, ohne zusätzliche externe Energiequellen. Das separate Laden einer System- oder Aufbaubatterie entfällt vollständig. Auf der IFAT 2026 in München präsentierte IBAK ein entsprechend ausgebautes IVECO eDAILY als vollständig elektrifiziertes Kanalinspektionsfahrzeug.

Beteiligte Systeme und Technologien

Vollständig elektrifizierte Nutzfahrzeugplattformen auf Basis des IVECO eDAILY mit vollelektrischem Antrieb, elektrischem Nebenabtrieb (ePTO/electric Power Take Off) zur direkten Energieversorgung der Arbeitsaufbauten sowie IBAK-Kanalinspektion und -sanierungstechnik als Aufbauten. Die Hochvoltbatterie des Fahrzeugs (bis zu 111 kWh) versorgt Fahrantrieb und Arbeitsfunktionen gemeinsam über ein integriertes System.

Ergebnis

Der Energiebedarf der Kanaltechnik liegt weit unterhalb der verfügbaren Batteriekapazität: Eine Kanalinspektion verbraucht durchschnittlich etwa 6 kWh pro Arbeitstag, selbst energieintensive Fräsanwendungen benötigen maximal 12 kWh. Das entspricht weniger als zehn Prozent der Gesamtkapazität. Eine kritische Einschränkung der Reichweite durch Arbeitsfunktionen ist damit bei typischen kommunalen Einsätzen nicht gegeben. Für Betreiber schafft das Fahrzeugkonzept Planungssicherheit gegenüber künftigen Zugangsbeschränkungen und stärkt die Teilnahmefähigkeit an Ausschreibungen.

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